Französische Alpen

Französiche Alpen
Französiche Alpen © P. Lebeau

Regionentipps für E-Bike-Touren Französiche Alpen

Genau hier, in den französischen Alpen, liegt der höchste Punkt Europas: Es ist der Mont Blanc, mitten im Reich der Berge. 4810 Meter ist er hoch, einer der meistbesuchten Berge der Welt, der mit die schönsten Alpenpanoramen überhaupt freilegt. Die französichen Alpen sind ein Paradies für Skifahrer, nicht zuletzt in „Les Trois Vallées“, als den „Drei Tälern“, mit dem gröüten zusammenhängenden Skigebiet der Welt. Im Winter also ein Paradies, das aber auch im Sommer gigantische Urlaube ermöglicht.


Denn abseits der Skipisten gibt es viel für die Seele, den Körper und das Vergnügen. Ein Beispiel dafür mögen die Wellness-Aufenthalte in Brides-les-Bains sein. Als Sahnetüpfelchen kommt das Verwöhnaroma Frankreichs dazu: Eine geniale, Freude machende Küche der Extraklasse.


Essen und Genießen

Womit wir schon beim Thema wären: dem Essen. Die Küche der Berge in Frankreich ist deftig, gehaltvoll und trotzdem fein. Hier dreht sich fast alles um Suppen, Käse und Wurst. Die traditionelle Speise der Bauern der Gascogne ist eine „Garbure“. Eine Suppe, in der sich verschiedene Gemüse mit Enten-, Gänse- oder auch Schweinefleisch zu einem echten Geschmackserlebnis vereinen.


Wobei: Die Franzosen sind kreativ, deshalb bereitet jeder seine Garbure ein bisschen anders zu. Wie wichtig diese Suppe ist, zeigt der jährliche Garburade-Wettbewerb in Oloron-Sainte-Marie. An jedem ersten Septemberwochenende treten die Köche gegeneinander an: Wer macht die beste Garbure?


Grundlage vieler Speisen ist die Kartoffel. Sie findet sich in der Garbure genau so, wie in der „Tartiflette“. Speckscheiben und Reblochon-Käse vervollständigen dieses gehaltvolle Gratin. Wir sind in Frankreich, und Frankreich kann Käse, das weiß jedes Kind. Besondere Gerichte sind zum Beispiel die „Truffade“ in der Auvergne, in der Cantal-Ziegenkäse und Kartoffeln die Hauptrolle spielen, ebenso wie das in Aubrac der „Aligot“ - die Rede ist von einem Kartoffelpürree, das mit Laguiole-Ziegenkäse verfeinert wird. Dazu genießt man gepökeltes Schweinefleisch oder das Lammfleisch der Pyrenäen.


Und zum Nachtisch? Da gibt es in den französischen Alpen eine einfache Antwort: Heidelbeertorte, sie sollte man in den Bergen unbedingt kosten.


Pfannkuchen und Wein Crozet Pfannkuchen und Wein © Beegoo


Land und Leute

Die Menschen in den französichen Alpen sind stolz – egal ob in der Auvergne oder im Mont Blanc-Gebiet. Nicht ohne Grund, denn sie pflegen ihre Heimat, pflegen ihre Dörfer und Häuser besonders liebevoll. Nicht zuletzt deshalb zählen alleine neun Dörfer der Auvergne zu den schönsten Orten Frankreichs.


Hier versteht man sich natürlich auch auf das „savoir vivre“, das Wissen, wie das Leben zu genießen ist. Deshalb haben die Menschen der Region in erster Linie eines: Zeit. Hektik ist ihnen fremd, lieber sitzen sie bei einem Gläschen Wein mit Freunden zusammen, diskutieren, debattieren und essen dazu frischen Käse.


Die große Welt, Paris – das alles ist weit genug weg, um sich hier eine Oase der Ruhe und des Friedens zu gönnen. Und so stolz die Menschen hier sind, so freundlich sind sie zu ihren Gästen. Weil es ihnen ein Anliegen ist, die Schönheit ihrer Heimat, der Berge und den Geschmack ihrer Spezialitäten zu zeigen und zu teilen.


Weihnachten in La Clusaz Weihnachten in La Clusaz © P. Lebeau


Fun und Sport

Wie gesagt: Wintersport ist hier das große Aushängeschild der Region. Egal ob in Alpe d'Huez, in Val Thorens oder in „Les Trois Vallées“: Schneesicherheit wird groß geschrieben, aberhunderte von Schneekanonen sorgen dafür, dass immer genügend weißer Untergrund vorhanden ist, um die weitläufigen Skipisten befahren zu können. Abseits davon wissendie Franzosen auch, dass es im Winter nicht nur Skifahrer gibt und bieten ein interessantes Schneeerlebnis abseits der Abfahrtsstrecken an. „Sled Dog Snowskates“ ist ein Beispiel dafür: Es handelt sich um Skischuhe mit Kufen, mit denen man auf den Schnee ähnlich wie ein Schlittschuhläufer vorwärts kommt. In Les Gets, etwa 60 Kilometer von Genf entfernt, kann man diese neue Trendsportart ausprobieren. Wer lieber mit dem Bike fährt, findet hier das Fatbike sicher interessant: Mit bis zu 4,8 Zoll breiten Reifen ist man mobil, weder Schnee noch Schlamm können einen da noch aufhalten. Spezielle Pisten gibt es unter anderem in La Rosière, Villard-de-Lans und Grand-Bornand.


Ein Gruppenspaß der besonderen Art ist Snakegliss: Mehrere Schlittenbobs werden aneinander gehängt und dann stürzt sich die Gruppe mutig und entschlossen die Pisten hinunter. Immerhin: Die Gruppe kann dem Guide, der vorne fährt, die gewünschte Geschwindigkeit vorgeben – von gemächlich bis atemberaubend.


Sommer wie Winter sollte man eines nicht versäumen: Die Fahrt mit dem „Skyway Monte Bianco“. Die neuen Mont-Blanc-Seilbahnen machen eine traumhafte Reise von der Erde in den Himmel möglich. Die halbkugelförmigen Kabinen drehen sich um 360 Grad – mehr Aussicht geht schlicht und einfach nicht. Das Ziel ist die Heilbronner Spitze. Die dortige Panoramaterrasse ist das Highlight des „Höhenflugs“.


Hydrospeed Hydrospeed © JL. Rigaux


Sehenswertes und Kultur

Romanische Kirchen, unzählige Burgen und Schlösser, pittoreske Dörfer: In der Auvergne lebt die Geschichte. Über 250 Sakralbauten wurden zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert in dieser Region gebaut – sie sind bis heute Zeugnis einer ganz besonderen Kunstverbundenheit der Franzosen.


Und nur Paris hat mehr Burgen und Schlösser als die Auvergne, wobei in den Bergen einen erstaunliche stilistische Vielfalt zu bewundern ist. Die trutzigen Festungen gibt es hier genau so, wie elegante Renaissance-Palais. Übrigens: In vielen dieser historischen Stätten gibt es spezielle Kinderprogramme und in manchen kann man auch übernachten – Schlossherr für eine oder mehrere Nächte? Warum nicht.


Aber dann geht es auch mal ab in die Städte – wie zum Beispiel nach Clermont-Ferrand mit seiner 2000 Jahre alten Geschichte. Oder man besucht Vichy, das Zerstreuung jeder Art bietet: Pferderennen, Wellness, Casino und das prachtvolle Opernhaus.


Kulturelle Vielfalt bietet natürlich auch Grenoble. Das Museum der Stadt zeigt die drittgrößte Kunstsammlung Frankreichs und ist berühmt für seine Werke zeitgenössischer Kunst. Lebensart ist hier aber genau so wichtig. Deshalb noch ein kleiner Tipp für einen Ausflug im Herbst: „Le Millésime“ ist das große Musik- und Weinfest Grenobles im Oktober. Wer Frankreich kennenlernen will, könnte hier mit der Recherche beginnen.


Grenoble La Place St. Andre Grenoble Konzert am La Place St. Andre © P. Blanc